24.03.2019

Update

Ein Monat ist es nun her, dass ich meine Reise begonnen habe. Es ist viel passiert in der Zeit und heute gibt es ein kleines Update.

Zuerst musste ich mich von Jeppe verabschieden, da er sich nun auf seine Reise begab, das hieß aber ich konnte zu Myra ins Haus ziehen. Ich hab fast geweint als ich den sauberen Raum gesehen habe. Ein richtig großes Bett, aus dem nicht dauern ein Fuß oder Arm hängt, wo man sich nicht an der Wand stößt, eine ordentliche Matratze und richtige Bettwäsche! Und da auf dem kleinen Nachtisch eine Nachtlampe, ein Spiegel und ein Fenster was man öffnen kann!!! Ich war überwältigt und es ist verrückt, dass man solche einfachen Sachen so schätzen kann. Doch meine Freude hielt nur fünf Minuten an….also ich die Kommode einräumen wollte, wurde ich von den alt bekannten Spuren der Mäuse überrascht. Mäusekot in den Schubläden…“nicht schon wieder“…fluchte ich. Doch die Freude über das Bett war größer. Also alles gereinigt, drei mal desinfiziert und Schublade zu!

Nun und um meine einmonatige Reise heute auch richtig zu feiern, dachte ich mir, ich bleibe einer Möhrke-Tradition treu und schau mal in der Rettungsstelle vorbei.

Denn in der Nacht wurde ich durch ein Summen und Brummen mit vibrieren und kitzeln im Ohr geweckt. Erst dachte ich es hat sich eine Mücke einfach zu nah an mein Ohr gesetzt und ich habe mich einfach umgedreht. Doch kurz darauf nochmal. Ich bin aufgesprungen, Licht an und habe ich den Spiegel geschaut. Dann erneut die Geräusche und das Gefühl im Ohr. Mir war klar, dass ich ein Insekt im Ohr haben muss! Ich hätte lieber nicht nachts um 02:30 Uhr googeln sollen, wie man vorgeht wenn man ein Insekt im Ohr hat. Denn sofort sind Bilder aufgetaucht mit Spinnen und andren angsteinflößenden Tieren im Ohr. Darauf hin habe ich unter Panik sofort Zuhause in Deutschland angerufen. Ich weinend am Telefon und Franzi lachend am anderen Ende, haben wir probiert das Tierchen aus dem Ohr zu bekommen. Wasser ins Ohr, Licht ans Ohr halten und der Versuch es mit meiner Augenbraunbürste aus dem Ohr zu ziehen blieben ohne Erfolg. Ok so halb ohne Erfolg, ich denke das Wasser hat das Tier getötet, denn es folgten keine weiteren Geräusche, nur ein Gefühl, das da etwas im Ohr ist.

Am nächsten Tag habe ich Pam, die Schwester des Bauerns, geschrieben und sie ist gleich gekommen und wollte mich ins Krankenhaus bringen. Doch anhand ihrer Reaktion „Ist es das erste Mal, dass du ein Tier im Ohr hast?“ und meiner darauf folgenden Antwort “ Ja und ich kenne auch niemanden der sonst ein Tier im Ohr hat!.“ Wurde mir von Pam bestätigt, dass es ganz normal in Australien sei. Es wirkte so, als ob es eine normale Sache wie ein Mückenstich ist.

Der Arzt konnte jedoch kein Tier mehr finden, sondern nur ein gereiztes Ohr. Doch nach meiner Beschreibung nach, war es wohl eine kleine Fliege, auch genannt „Bug“. Als wir Zuhause waren habe ich direkt wieder gegoogelt und es gibt verrückter Weise richtige Anleitungen wie man eine Bug aus dem Ohr bekommt. Also scheint das wirklich ein australisches Ding zu sein. Naja, mir blieben Ohrenschmerzen und Geräusche im Ohr von der Bug zurück.

Ich hoffe, dass sich kein weiteres Insekt in meinem Ohr verläuft.

Bis bald, eure Anni!

18.03.2019

Tiere der Farm

Zuerst natürliche die Kühe und dann noch die Kälbchen. Jetzt kommt leider eine nicht so gute Nachricht, denn von den bis jetzt geborenen Kälbchen haben wir nur ein paar behalten. Denn es gibt im Moment nicht genug Futter für die Tiere. Was mit den Kälbchen gemacht wird? Ich sag mal so, wo sie sind, sind die Wiesen grüner und die Milch besser. 😦

Socks der Farm-dog. Will immer beim Quad fahren dabei sein und liebt es Kühe einzutreiben. Neben Socks gibt es noch Mia und Jessy. Aber die beiden sind meistens am Haus im Garten. Nur Jessy geht manchmal die Nachbarn besuchen.

Die Dairy-Cats. Zwei kleine Katzen die beim melken zu gucken, faul rumliegen und immer viel Milch bekommen. Ab und zu fangen sie mal ein Mäuschen oder Grashüpfer.

11.03.2019

Tag der Arbeit! Heißt doppelter Lohn! Juhu..

Heute haben wir nur das „nötigste“ gearbeitet, sprich wir haben nur gemolken, denn heute ist Feiertag in Victoria Australien. Doch den Vormittag haben wir auf einer Kaktusfarm in der Umgebung verbracht. Im „Cactus Country“ gibt es über 4000 Arten von Kakteen.

Ich lass einfach die Bilder für sich sprechen.

Bis dann, Eure Anni!

10.03.2019

Arbeiten auf der Farm!

Vorweg muss man sagen, dass das Arbeiten hier auf der Farm körperlich sehr anstrengend ist aber eine super Abwechslung zur Büroarbeit in Deutschland! Fühlt sich ein bisschen so an, als ob man für Fitness bezahlt wird!

Mein Tag startet, je nachdem wann ich anfangen will. Super! Da ich ein Frühaufsteher bin, fängt mein Tag trotzdem recht früh an. Am Vormittag fallen Arbeiten an wie zum Beispiel spraying, Treatment of cows und Gardening.

Beim „spraying“ also sprühen, fahre ich mit einem kleinen Tank als Anhänger am Quad über die Weiden und durch die Gehege und besprühe Disteln und alles andere Unkraut was da so wächst. Eine entspannte Arbeit, bei der man sprüht und nebenbei Musik hören kann. Jedoch nach jedem spraying ist man von oben bis unten durchgeschwitzt, da man lange Sachen und sämtliches Zubehör als Schutz tragen muss und es tagsüber noch über 30 Grad sind.

Treatment of cows ist wohl der anstrengendste Job neben dem Melken. Hier behandeln wir meistens die „Pink Eye“ Krankheit. Diese kommt oft bei Kälbchen vor aber auch bei manchen Kühen. Wir müssen die Herden durch einen Gang schleusen und Kühe mit dieser Krankheit in eine Art „Kuhhalter“ einzwängen, damit sie ihren Kopf still halten. Dann könne wir die Medizin wie Augensalbe ins Auge geben und bei extremen Fällen machen wir noch ein „Patch“ eine Art Pflaster über das Auge. Dadurch wird die Krankheit geheilt, nur selten brauchen die Kühe eine zweite Behandlung.

Gardening bedeutet einfach nur Gartenarbeit! Also über Laubhaken, Dornbüsche mit dem Quad rausreißen bis hin zum Blumen einpflanzen.

Dann natürlich nachmittags gegen 13 Uhr die 700 Kühe eintreiben zum anschließenden Melken. Das Eintreiben macht wahnsinnig viel Spaß und dauert in etwa eine Stunde, da das Gelände über 420 Hektar groß ist. Es sieht so beeindruckend aus wenn sich eine ganze Herde in Bewegung setzt und eine riesen Staubwolke hinterlässt. Dazu habe ich immer einen kleinen Begleiter, der es liebt den Kühen hinterher zu jagen. Socks macht einen guten Job! Er kühlt sich jedes mal in den Tränken der Kühe ab, denn er rennt oft neben dem Quad bei 40 kmh nebenher. Er ist einfach verrückt.

Nach dem Eintreiben, schmeiß ich mir schnell meine Melkerschürze um und mach mich jeweils mit einer anderen Person ans melken. Die Molkerei hat eine große Plattform mit 60 Stehplätzen, auf die die Kühe selbstständig laufen. Neben dem melken werden die Kühe hier direkt mit Getreide gefüttert. Auf der ersten Hälfte macht man die Saugnäpfe ans Euter ran und auf der zweiten Hälfte desinfiziert man das Euter nach dem Melken. Eine schmutzige Angelegenheit, denn selbstverständlich erleichtern sich die Kühe einfach da, wo sie es wollen. Also kann es schon passieren, dass man nach dem melken voller Kuhkacke-Spritzer ist oder beim melken ein bisschen Pipi ins Auge bekommt. Aber wie sagt Mama immer…“Sind ja nur verdaute Pflanzen!“ Jede Kuh produziert übrigens zwischen 10-60 Liter am Tag. So hatten wir zum Beispiel am 05.03.2019 nach dem Melken am Morgen und am Abend 15430 Liter Milch. Das Melken dauert ca. 3 Stunden, denn wir müssen im Nachhinein auch die ganze Molkerei putzen.

01.03.2019

Erst die Arbeit und dann das Vergnügen!

Heute sind wir nach dem Melken abends zum Murray River gefahren und haben uns Fish and Chips, mit den Beinen im Fluss, schmecken lassen.

Der Fluss ist ein beliebtes Wochenendziel, weil man neben zelten und baden, eine Menge einheimischer Tiere sehen kann. So haben wir auf unserem Weg Koalas und Kängurus gesehen.

28.02.2019

Heute bin ich schon vier Tage in Australien, vier Tage auf der Farm, in der ich vor gut vier Jahren die schönste Zeit hatte. Doch vier Jahren können eine Menge verändern.

Nachdem ich aus dem Bus in Shepparton gestiegen bin, wurde ich von Keith dem Farmer und seiner Mutter Myra herzlich begrüßt. Es war schön sie wiederzusehen und sie haben sich auch sehr gefreut, dass ich zurück komme. Auf dem Weg zur Farm sind wir noch ein bisschen Essen und andere Dinge für mich einkaufen gegangen. An dieser Stelle fragte ich schon mal vorsichtig, in welchem der drei Häuser ich wohnen werde und ob es noch andere Backpacker gibt. Es gibt noch einen anderen Backpacker aus Dänemark, er heißt Jeppe und ich werde mit ihm im Backpacker-Haus wohnen. Am Backpacker-Haus angekommen, wurde ich vom altbekannten Anblick begrüßt. Ein altes in die Jahre gekommenes Haus. Ich lernte Jeppe kennen, welcher wirklich nett ist und wir verstehen uns sehr gut. (Muss das schreiben, Jeppe kann ein bisschen deutsch und wird das lesen :D) Doch vom Haus war ich ehrlich gesagt ein bisschen schockiert. Von damals wusste ich noch, dass ich keine hohen Erwartungen haben muss. Aber das diese auch noch zu unterbieten sind, wusste ich nicht…

Das Backpacker-Haus ist sehr, nennen wir es mal so „renovierungsbedürftig“ oder bereit für den Abriss. Wir haben leider viele kleine Bewohner, neben Spinnen, sämtliche Insekten und auch Mäuse. Die erste Nacht konnte ich gerade mal eine Stunde schlafen, vielleicht lag es am Jetlag, aber ich denke es war auch die Angst, dass ich nachts Bekanntschaft mit einem Tier mach. 

Um 6 Uhr am morgen, macht ich mich auf zur Dairy, denn hier endete gerade die erste Runde melken für diesen Tag. Ich habe Karen und Kylie, Geschwister die ich noch von damals kenne, begrüßt und habe gleich mitgeholfen die Dairy zu putzen.

Ein bisschen später am Tag, habe ich das Gespräch mit Keith gesucht und die Situation des Backpacker-Hauses angesprochen. Denn Jeppe wird in ca. 3 Wochen die Farm verlassen und auf Reisen gehen. Somit würde ich alleine im Haus, mit den anderen kleinen Mitbewohnern bleiben. Dazu kommt noch, dass man das Haus nicht wirklich abschließen kann. Also habe ich Keith gefragt, ob ich dann nicht zu Myra wieder ziehen könnte. Beim letzten  mal hatte ich dort auch für ca. einen Monat gewohnt und es war dem deutschen Standard viel näher. Keith wird sich es überlegen und mir bescheid geben, denn mittlerweile wohnt er auch dort um Myra ein bisschen zu unterstützen. Jedoch steht meine Entscheidung fest, sollte ich nicht zu den anderen ziehen dürfen, werde ich die Farm verlassen und dann neue Pläne schmieden. Doch noch sind die drei Wochen nicht rum und Sorgen mach ich mir erst am Tag der Abreise von Jeppe.

Generell scheint sich die Situation auf der Farm nach vier Jahren verändert zu haben. Im Moment es gibt keine Kälbchen, es sind nur noch wenige Leute auf der Farm, es gibt keine grünen Felder mehr, weniger Kühe und auch die Dairys in der Nachbarschaft werden alle geschlossen…Man wird das Gefühl nicht los, dass auch Keith seine Dairy in den nächsten Jahren schließen wird. Bei einem Gespräch über die Zukunft, hatte er mir auch bereits konkrete Pläne genannt, was mit der Farm nach dem Verkauf passiert. Sie wird mit Mandelbäumen bepflanzt.

Dennoch ist es auch eine schöne Zeit auf der Farm. Die Arbeit ist anstrengend aber macht Spaß. Ich liebe es mit dem Quad rumzufahren und darf mittlerweile auch die Herde von 700 Kühen eintreiben zum melken. Ich kann lange schlafen, habe super Wetter, die Leute auf der Farm sind alle sehr nett und natürlich verdiene ich auch gutes Geld, was ich zum Reisen benötige.

Bis dahin!

Eure Anni

24.02.2019 Abflug

Am 24.02.2019 startete ich nun endlich meine Reise, einmal halb um die Welt nach Australien. Mein Plan ist es 3 Monate in Australien zu arbeiten und weitere 3 Monate durch Australien und Asien zu reisen. Meine Reise nach Australien bewältige ich alleine und am 01. Juli werde ich mich mit Jenny, einer Freundin, in Singapur treffen und gemeinsam durch Asien reisen.

Nun war es aber erstmal zwei Wochen vor der Abreise Zeit, sich von Freunden und Familie zu verabschieden. So ein Abschied kann schon ganz schön traurig sein, aber dabei sind es doch gerade mal 6 Monate die ich weg bin! Ich habe noch viele kleine Überraschungen geschenkt bekommen, welche mir helfen sollen das Abendteuer zu meistern. Von Survival-Boxen bis hin zum Berliner-Kulturbeutel als Andenken war alles dabei. Darüber habe ich mich sehr gefreut!

Am Sonntag war es dann soweit, mit dem gepackten Backpacker ging es zum zweiten mal zum Flughafen Richtung Australien. Der Abschied war jedoch, obwohl bereits vor 4 Jahren schon mal geübt, auch wieder sehr Tränen reich. Man hofft ja immer, dass man seine liebsten Daheimgebliebenen nach der Reise wieder gesund und munter in die Arme schließen kann.

Der erste Flieger ging nach London, was auch mit ca. zwei Flugstunden ganz angenehm war. Weiter ging es von London nach Hongkong. 12 Stunden Flugzeit wurden am Anfang gleich aufgewertet. Erstens durch keinen direkten Sitznachbarn und zweitens eine Runde über London mit Ausblick auf das London Eye und die Tower Bridge! Dieser Flug war sehr entspannt, denn ich habe einfach direkt 9-10 Stunden des Fluges verschlafen. Doch die Glückssträhne habe ich wahrscheinlich irgendwo über der Mongolei verloren. In Hongkong war für meinen Anschlussflug nur eine Stunde Umsteigezeit eingeplant. Doch mit 20 Minuten verspäteter Landung und dann sich noch am falschen Gate anstellen, wurde mir gesagt, dass ich an einem falschen Gate steh. Zwar geht der Flug auch nach Melbourne aber nicht über meine gebuchte Fluggesellschaft. Ich hatte kurz überlegt zu weinen, aber konnte die Tränen zurück halten! Also zum Schalter und den Flug umbuchen. Zum Glück konnte ich diesen kostenlos umbuchen. Das Detail, dass ich zu doof war, mich am richtigen Gate hinzustellen behielt ich einfach mal für mich und schob die Schuld auf die verspätete Landung. Leider konnte mir Flugzeugfenster-Liebhaber nur noch ein Sitz in der Mitte gebucht werden. Schade, aber Hauptsache endlich los! Nach 4 Stunden warten in Hongkong startete ich dann in Richtung Australien. Also saß ich da zwischen zwei jugendlichen asiatischen Jungs, einer still am Serie gucken und der andere mit seiner Freundin per Facetime telefonierend. Ein bisschen verwirrend, denn durch den nicht vorhandenen Abstand, war ich auch beim Facetime dabei. Daraufhin habe ich meinen Mut gepackt und die Stewardess gefragt, ob nicht noch ein Plätzchen am Fenster frei sei, denn „ich leide sehr doll an Platzangst„. Und siehe da, nach dem Start konnte ich mich an einen Fensterplatz mit super viel Beinfreiheit setzten! Der Flug mit ca. 9 Stunden war auch ganz ok, leider war ich nicht mehr müde, aber Netflix hat mich abgelenkt.

Und dann kamen auch schon die ersten Küstenzüge von Australien, was mir doch eine Gänsehaut verpasste. Über Darwin sind wir runter nach Melbourne geflogen. Eine super Strecke über das Outback mit dem roten Sand und ausgetrockneten Flüssen. Einfach Perfekt!

Jetzt, 26. Februar, sitzt ich am Flughafen in Melbourne, gut gelandet und auch mit vollständigem Gepäck und warte auf meinen Bus Richtung Kuhfarm.

Also bis dahin, eure Anni!